Smarte Produktion


Über die Kunst ein Obst- und Gemüselager optimal auszulasten

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Gerade bei Obst und Gemüse erwarten Verbraucher immer frische Ware – mit Betonung auf frisch und immer. Das stellt die Branche vor die Herausforderung, die Balance zwischen Produktbereitstellung und niedriger Kapitalbindung zu finden, ohne die Kundenerwartungen zu enttäuschen. Kurz, die Faktoren Lieferfähigkeit und Lieferzeit gewinnen - neben Preis und Qualität - an Bedeutung im Kampf um Marktanteile.

Das optimale Lager

Was aber heißt das für Materiallager, in dem Fast Moving Consumer Goods (FMCG)-Produkte mit geringem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) aufbewahrt werden? Um immer kürzere Lieferzeiten zu gewährleisten, müssen Obst und Gemüseunternehmen hohe Bestände in Kauf nehmen. Überfüllte Lager aber lassen die Lagerhaltungskosten nach oben schnellen und beeinträchtigen damit Liquidität und Rentabilität. Darüber hinaus droht das Risiko von Entsorgungen und Abschreibungen. Wer andererseits sein Lager zu sparsam ausstattet, riskiert Produktions- bzw. Lieferunfähigkeit und damit negative Lieferantenbewertungen bis hin zur Nichtlistung bei Kunden.

Selbstverständlich geht es nicht ohne einen Mindestbestand an Hilfs- und Betriebsstoffe im Lager – nur welche Hilfs- und Betriebsstoffe werden in welcher Menge benötigt? Ein Disponent wird das über die historischen betrieblichen Verbrauchskennzahlen und den Beschaffungszeitraums definieren. Gibt es einen Schwellenwert, dann kann bei Unterschreiten des Mindestbestandes eine Bestellung bei vorher festgelegten Lieferanten automatisch ausgelöst werden.

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Disposition auf Datenbasis

Aber nach welchen Werten wird der Mindest- bzw. Optimalbestand berechnet? Die CSB-Lösung Lagermanagement macht das anhand von Informationen über alle relevanten Güter bezüglich Qualität, Menge, Preis, MHD, Standort und Charge und dies in beliebig vielen Standorten, Lager und Mandanten. Disponiert man auf der Basis dieser Daten, werden die Waren zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort in der richtigen Menge und insbesondere fristgerecht zur Verfügung gestellt und die Lagerauslastung ökonomisch optimiert. Die schnelle Datenauswertung erlaubt es, umgehend und flexibel auf Liefer- und Bedarfsschwankungen zu reagieren. Die Lagerstellplatzinformationen stehen den Lagermitarbeitern auf Knopfdruck zur Verfügung, sodass sie Güter schneller lokalisieren können.

Über den optimalen Lagerbestand hinaus bietet die chargengenaue Lagerführung zusätzlich den Vorteil der lückenlosen Chargenrückverfolgung. Gelingt es, alle Güter bei einer möglichst geringen Kapitalbindung zur Verfügung zu stellen, kann diese optimale Balance des Lagerbestandes nach unserer Erfahrung die Kosten bis zu 30% reduzieren.

Über Lagermanagement hinaus

Für die meisten Kunden ist Disposition und Lagermanagement nur ein Bestandteil ihrer Planung. Die steigende Nachfrage nach Bio-Ware, der Versuch, sich gesund und ökologisch korrekt zu ernähren, aber auch die durch den Klimawandel unberechenbareren natürlichen Produktionsbedingungen beeinflussen die Prozesse in der Obst- und Gemüsebranche erheblich. Es braucht eine immer umfassendere und schnellere Planung, um all diese Rahmenbedingungen einzukalkulieren.

Viele Unternehmen setzen deshalb auf eine übergreifende Digitalisierung mit einem nahtlosen Datenfluss über die ganze Produktions- Lager- und Lieferkette hinweg – mit genau den Anpassungen, die sie für ihren individuellen Bedarf brauchen. Konkret heißt das, die organisieren in ihrem ERP-System die gesamte Beschaffung inklusive der Erzeugerverrechnung und Lieferantenbewertung, planen und steuern die Produktion sowie den Absatz inklusive der Kommissionierung und dem Versand. Das alles natürlich bei durchgehendem Qualitätsmanagement und Controlling.

Dass das funktioniert zeigt die Erfahrung etlicher Kunden. Der Schweizer Convenience-Salat-Produzent Eisberg AG nutzt beispielsweise in allen Standorten in den verschiedenen Ländern auch Module für Prozessplanung, Qualitätsmanagement, Rückverfolgung und EDI. Und die Dimensionen sind beachtlich: Die Eisberg AG verarbeitet täglich über 50 Tonnen Frischprodukte und verfügt eine eigene Logistikzentrale von über 5000qm Lagerfläche, eigene Transportfahrzeuge und ein zweistöckiges Kühllager – alles optimiert natürlich. Kurz, es funktioniert!